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Bundesliga, 1. Doppelrunde:50 Prozent: 2 Punkte und 8 Tore für SFK in BerlinA Am gleichen Abend ließen wir uns "Captains Drink" und "Captains Dinner" gut schmecken, und es gab meines Wissens auch keine nächtlichen Eskapaden. Das Team war heiß - auf Schach, was denn sonst? Als wir dann am Samstag um 14 Uhr im Pommernsaal des altehrwürdigen Charlottenburger Rathauses eintrafen (nur ein Spieler - wer wohl? - hatte den Treffpunkt verschlafen und kam zwei Minuten zu spät), staunten wir nicht nur über die tollen Reliefs und die zahlreichen Bilder von prominenten Berliner Naziopfern in den monumentalen Gängen des Hauses, sondern auch über den doch wenig publikumsfreundlichen Saal, für dessen Benutzung unsere Gastgeber dem Vernehmen nach auch noch 1000 Euro hinlegen mussten. Die kostenlose Bewirtung unserer freundlichen Gastgeber muss allerdings gelobt werden: Es gab diverse Getränke mit rustikalen Salaten und Buletten (so heißen Frikadellen in Berlin), angeboten und angepriesen in echt Berliner Sprache. Ein Reliefband über den Köpfen unserer Spieler verkündete "Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten!" O weh! Gegen die Neuköllner hatten unsere acht Spieler - zusammengerechnet - nach der ersten Stunde der Spielzeit fast drei Stunden länger nachgedacht. Konnte das gut gehen? E A Am Spitzenbrett entschied Andrei Volokitin das Duell zweier ukrainischer Jungmeister für sich. Andrei ging die Partie gegen Evgenij Mirosnichenko gewohnt forsch an, konnte aber einen entlastenden Abtausch mehrerer Figuren nicht verhindern, so dass ein Turmendspiel entstand, bei dem ein baldiger Friedensschluss erwartet wurde. Der Olympiasieger aus Lviv war aber offenkundig mit Remis nicht zufrieden, und "knetete" sein Gegenüber mit immer neuen Manövern, die zu minimalen Vorteilen führten. Am Ende stand plötzlich ein Bauerngewinn, der die Partie entschied. Eine allseits bestaunte, bewunderungswürdige Endspielleistung, mit der Volokitin seine Zugehörigkeit zur Weltklasse unter Beweis stellte. Wir Katernberger waren baff! Was ist jetzt noch der Spruch von Werner Nautsch wert, der unentwegt behauptet, alle Turmendspiele seien remis! Ihr Schächer der Welt - schaut auf dieses (Berliner) Endspiel! E Zum zweiten Punktspiel am Sonntagmorgen - erstmals erst um 10 Uhr beginnend - waren alle pünktlich. Leider konnte SFK nicht an die Leistungen vom Vortag anknüpfen und unterlag dem Berliner Spitzenclub SC Kreuzberg, der alle acht Bretter mit Großmeistern besetzt hatte, verdient mit 2,5:5,5. M A Unsere Hoffnungen, endlich einmal eine "große" Mannschaft zu schlagen, gingen somit leider wieder nicht in Erfüllung. In drei Wochen ergibt sich indes in Leipzig die Möglichkeit, durch Siege über die beiden derzeitigen Schlusslichter der Tabelle. SC Leipzig-Gohlis und SK Zehlendorf, einen Sprung in die Spitzengruppe zu machen. Respekt übrigens vor unserem Reisepartner SV Mülheim-Nord, der dem SC Kreuzberg ein 4:4 abnahm und anschließend SF Neukölln in einem packenden Zeitnotfinale mit 4,5:3,5 besiegte (wobei Daniel Hausrath Ilja Schneider beim Stand von 3,5:3,5 niederblitzte). Für den Fall, dass der von mir hochgeschätzte Daniel jetzt in seinen Kommentierungen wieder - wie im Vorjahr - freudig darauf aufmerksam macht, dass Mülheim in der Tabelle - wie im Vorjahr - vor SFK liege, dann verweise ich darauf, dass wir unseren Mülheimer Freunden gerne im Verlauf der Saison den Vortritt lassen, solange wir - wie im Vorjahr - in der Schlusstabelle vor ihnen landen. Ich grüße euch, Daniel und Heinz! An dem Ein-Punkt-Vorsprung der Mülheimer vor uns sollte sich in der nächsten beiden Runden eigentlich nichts ändern; bei unserem gemeinsamen Auftritt am 12. und 13. November in Leipzig sind wir gegen Leipzig-Gohlis und Berlin-Zehlendorf favorisiert. Ich warne allerdings immer vor Außenseitern: Wer hätte schon David eine Chance gegen Goliath eingeräumt? Willi Knebel Zur Startseite |